Politik

Subjektive Beiträge zu Aktualitäten, Aufrufe und politische Kommentare von Balthasar Glättli.

Migration, Asyl

Beiträge zum breiten Themenfeld Migrationspolitik, Zuwanderung, Asylpolitik und Grundrechte für MigrantInnen.

Netzpolitik, IT, Web...

Kommentare und interessante Links aus dem Bereich IT, Internet, Netzpolitik etc. Subjektiv und unregelmässig.

Ernährungssouveränität

Das Gegenprojekt zur neoliberalen Landwirtschafts- politik. Fair zu Produzenten, Konsumenten und der Natur.

Philosophie

Verweise auf Bücher und Aufsätze und eigene Essays - nicht nur Philosophisches im engeren Sinne.

Home » Philosophie

Vom Wissen des Staates

Eingereicht on 07.11.2009 – 20:45

Notizen zum Thema Überwachungsstaat (Sommer 2008/März 2009)

blogpost_fingerabdruckIch möchte diesen Text beginnen mit einer kleinen Geschichte des Fingerabdrucks. Vor der Verbreitung des Fingerabdrucks wurden die Menschen, um sie sicher wieder erkennen zu können, beschrieben. Es wurden besondere Merkmale festgehalten wie Narben, Muttermale etc. Aus den Reihen der Polizei wurde die Vermassung der Glieder vorgeschlagen. Ein erstes Aufflackern der Bio-Metrie im eigentlichen Sinne – allerdings waren die Messungen in der Praxis zu ungenau, um effektiv benutzt werden zu können. Mit ihrem Aufkommen diente bald auch die Fotografie zur Identifikation.

Vom Unbekannten zum Bekannten

[Mit dem Fingerabdruck] konnte das Problem der «Zuordnung wider Willen» gelöst werden.

Identität als Algorithmus

Die neusten Verfahren sind nämlich der direkten sinnlichen Wahrnehmung entzogen, während noch der Fingerabdruck im Prinzip «von Hand» codiert werden konnte.

Exkurs I: Die Geschichte der Zirkulation

An Stelle der Güterkontrolle ist die Kontrolle der Zirkulation der Menschen getreten.

Exkurs II: Das Fremde als Seuche

[Es stellt sich die] praktische Frage, ob es eine kritische Masse des/der «Fremden» gibt, wie die Durchmischung kontrolliert werden kann, und ob – das wäre dann der Umschlag in die Moderne – statt der reinen Isolation und Abwehr auch eine Nützlichmachung des Fremden gedacht werden kann

Die Verwaltung der Identität

Erst die Identifizierung der Einzelnen ermöglicht auch die Singularisierung des Einzelnen im Angesicht der staatlichen Gewalt.

Der Modus der präventiven Zuordnung

Der Jude, der Schwule/die Lesbe, die ZigeunerInnen in den Lagern waren und blieben «was sie sind». (…) Das Wissen der Prävention ist dem Menschen äusserlich, und jeder Einzelne kann ein potentieller Täter sein.

Der Staatsschutz und das Landkartenproblem

Und vor diesem Hintergrund ist klar, dass der Staatsschutz unter zwei antagonistischen Grundproblemen gleichermassen leidet: 1) man kann nie genug wissen 2) es wird immer schwieriger, aus dem Informationsrauschen das Wichtige herauszuhören.

Anerkennung als potentielle Aberkennung

Der Einschluss in die Rechts-Gemeinschaft erfolgt also nur nach der Garantie der individuell vorhandenen Handhabe des Ausschlusses aus der Gesellschaft.

Generalverdacht – Anerkennung der Kontingenz

Insofern scheint paradoxerweise gerade im Generalverdacht der Staatsmacht der Glanz einer modernen, bedingungslos gedachten Entscheidungsfreiheit des Individuums auf.

Der ganze Essay “Vom Wissen des Staates” als PDF

Tags: , ,

Leave a comment!

Fügen Sie Ihren Kommentar unten, oder trackback von der eigenen Seite. Sie können auch Comments Feed via RSS.

Seien Sie nett. Halten Sie es sauber. Bleiben Sie beim Thema. Kein Spam.

Sie können diese Tags verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Dies ist ein Gravatar-enabled weblog ist. Um Ihre eigene weltweit anerkannte bekommen-Avatar, registrieren Sie sich bitte an Gravatar.