Die Kontroverse

Bis im Februar 2009 schrieb ich im Tages-Anzeiger alle zwei Wochen eine “Kontroverse” mit Filippo Leutenegger.

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Poor Henry… Die Rating-Banausen?

Von am 28.04.2010 – 19:10 - No Comment

Nun hat Standarts & Poor’s auch Spaniens Rating herabgesetzt. Der Einfluss dieser Rating Agenturen ist gross. Und bedenklich. Ich befürchte: die Ratings verkennen ganz grundsätzlich den Unterschied zwischen Staaten und Firmen.

Natürlich haben auch Firmen Goodwill in den Büchern, Werte von Markenrechten, und – wir habens gemerkt bei den Banken – manchmal auch ziemlich wertlose Papiere. Umgekehrt aber haben die Staaten Milliarden und Abermilliarden an Investitionen im öffentlichen Bereich, nur schon die Infrastruktur: und dies scheint in keiner Bilanz auf, ist aber auch nicht einfach etwas, was man Pleite gehen lassen und dann aus einer Konkursmasse aufkaufen kann. Tja, auf die Schnelle fällt mir nur eine uralte Geschichte ein: Wenn wir die Idee der Tobin-Steuer aufnehmen würden, könnten wir wohl viele europäische Länder davon bewahren, nun selbst neue Schulden zur Stützung von Griechenland, Portugal und Spanien aufnehmen zu müssen…

Offenbar werden die Rating Agenturen relativ breit nun kritisiert. Insbesondere ins Visier kommt, dass die gleichen Ratingagenturen den Banken die optimale Zusammenstellung von Ramschpapieren ermöglichten, indem sie ihre internen Bewertungsmechanismen preisgaben. Keine der grossen Agenturen hatte die Immobilienkrise rechtzeitig vorausgesagt (vgl. auch Tages-Anzeiger/Newsnetz 29.4.2010:

Ratingagenturen gehören zu den einflussreichsten Akteuren der Finanzmärkte, aber auch zu den zwielichtigsten. In der Finanzkrise versagten sie auf der ganzen Linie. Eine Untersuchung des US-Senats zeigte, dass sie ihr Bewertungsmodell den Wallstreet-Banken zugänglich gemacht hatten, was diesen erlaubte, Ramschpapiere so zusammenzuschustern, dass sie ein Top-Rating erhielten. Die privaten Agenturen üben – dank einer Lizenz der Börsenaufsicht SEC – eine quasistaatliche Aufgabe aus. Ihr Unvermögen, Anleger vor dem Wallstreet-Schrott zu warnen, hat sie nicht nur politisch in Bedrängnis gebracht. In den USA haben mehrere Bundesstaaten, öffentliche Pensionskassen und Städte wegen der ihnen entstandenen Milliardenverluste Sammelklagen eingereicht.

Ein Blogbeitrag, der in ähnliche Richtung geht, und darauf hinweist, dass die gleiche Ratingagentur noch Lehmann vor der Pleite noch mit einem A gewertet hatte

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