Bildergotteslästerung

Bilder sind stärker als Worte. Und der Kampf gegen Bilder fast aussichtslos. Das musste selbst der mosaische Gott erleben, der doch, an der Wiege der jüdisch-christlichen Tradition, seinen Anhängern jedes Bildnis verbot. Er lächelt uns doch schon seit Jahrhunderten mit wallendem Bart entgegen.
blogpost_obamatimagazine_squareBejubelt wird heute als neuer Politgott Barack Obama. Auch bei ihm: das verschriftete Wort – verschwunden. Unsichtbar hinter dem durchsichtigen Spiegel des Teleprompters. Wirksam dagegen Obamas direkter Blick, das Bild, die tausendfach variierte und doch ikonische Inszenierung des rationalen Präsidenten So stellt er gleichzeitig die höchste Form wie die Aufhebung des aufgeklärten Politikers dar.
Wie halten wir dagegen, gegen die Macht der Bilder? In kulturkritischem Ernst gegen das Verblassen der Schrift anschreibend? Nein. Lasst uns selbst andere Bilder malen, mal grell, mal heimlich alternative Realitäten zeigen, den Blick irritieren! Bilder sind stärker als Worte.

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