Entwicklungshilfe fast gratis vervierfachen – durch Steuerabkommen

blogpost_entwicklungszusammenarbeit_squareVor gut einem Monat hat alliance sud zusammen mit der österreichischen AG Globale Verantwortung, dem luxemburgischen Cercle de Coopération und dem internationalen Tax Justice Network an einer Medienkonferenz gefordert, dass auch gegenüber Entwicklungsländern die Steuerhinterziehung bekämpft werden muss. Das könnte diesen Ländern Einnahmen bringen, welche die offizielle Entwicklungshilfe um ein Mehrfaches übertreffen. Eine Erkenntnis, die leider kein breites Echo fand!

In der aktuellen Debatte um Steuerabkommen z.B. mit der USA geht oft vergessen, dass die staatliche Beihilfe zur Steuerhinterziehung nicht nur den Industrie-, sondern auch den Entwicklungsländern schadet. Auch hier geht es um beträchtliche Summen, allein in der Schweiz. Aus Entwicklungsländern sind gemäss alliance sud Vermögenswerte von mindestens 360 Milliarden Franken in der Schweiz angelegt.

Würden diese Gelder ordentlich versteuert, hätten die Entwicklungsländer bei einem Ertrag von 5 Prozent und einem Steuersatz von 35 Prozent jährlich rund 6 Milliarden Franken mehr Staatseinnahmen. 6 Milliarden Franken verlorene Steuereinnahmen sind das Dreifache der rund 2 Milliarden, die der Bund jährlich für die Entwicklungszusammenarbeit ausgibt. (Peter Niggli)