Freund von B.M. schlägt als Parole gegen Asylsuchende “vergasen !” vor

Update 23.05h: Handelt es sich beim Freund von B.M. (T.M.) um einen Fake-Account? und ein Kommentar

Am Sonntag, 1. Juli 2012, um 16.33h hat T.M. auf Facebook eine neue Antwortvariante eingegeben auf die Frage “Wir suchen gute Sprüche für Flyer, Plakate, etc. Wie lautet dein NEIN Spruch zum geplanten Asylzentrum im Muotathal?” (Gestellt in einer Gruppe namens “Keine 750 Asylbewerber-Betten im Muotathal”). Seit dem Sonntag 1. Juli 2012 um 17.05h ist der unterdessen bekannte B.M mit T.M befreundet. Offensichtlich ist B.M. der Wirbel um seine Aussagen keine Lehre. Er sucht die neuen Freunde im gleichen Umfeld wie die alten:

 

 

 

 

 

Denn T.M. ist offensichtlich ziemlich rechtsextrem eingestellt. Sein öffentlich einsehbarer Vorschlag  für einen Nein-Spruch zum geplanten Asylzentrum ist kurz und eingängig. Und erschreckend. Nur ein Wort lang: “vergasen”.

 

 

 

 

 

Meine Frage ist nicht nur, welche kranken Sprüche hier geäussert werden. Meine Frage ist auch: Warum gibt kein Medium einer Journalistin/einem Journalisten eine Stunde Zeit, solche öffentlich zugänglichen Informationen zu “recherchieren” (…eine etwas hochstehende Bezeichnung für auf Facebook surfen)? In Kürze liesse sich ein ganzes Netzwerk erstellen.

Oben sind Ausschnitte (Screenshots) bei denen ich mit der Maus über dem Datum blieb. Dann sieht man die genaue Zeit. Hier unten noch die ganzen, normalen Screenshots (Namen und Fotos dritter, welche nicht Personen der Zeitgeschichte sind, verpixelt. Und der Hinweis auf meinen anderen Artikel, “Unheimliche Patrioten 2.0”.

 

 

 

 

 

 

Handelt es sich bei T.H. um einen Fake-Account ?

(Update 3.7.2012/23:05h) Die Geschichte wird spannender, aber auch komplizierter. Durch einen Facebook-Bekannten wurde ich darauf hingewiesen, dass das Profil-Foto, welches den Account von T.M. ziert, vermutlich von einer anderen Website kopiert wurde. Unter einem anderen Namen ist dort die gleiche Foto als Foto des Vorsitzenden eines Vereins in Limburg, Deutschland. Möglicherweise handelt es sich also beim T.H. Account um eine verdeckt agierende Person. Und vermutlich weiss die Person in Limburg gar nichts über die missbräuchliche Verwendung ihres Fotos unter einem anderen Namen in einem problematischen Kontext – ich habe sie darum per Mail informiert. Auf ein Fake-Profil hindeuten würde auch die sehr kurze öffentliche Timeline – ggf. ist es auch eine Person, die unter falschem Namen/Bild in Facebook agiert aber mit intelligenteren Privacy Settings als die bisher aufgedeckten Fälle – d.h. allfällige andere rassistische Äusserungen wären nur für ihre Fb-Freunde sichtbar.

Kommentar zu den Fällen A.M, B.M., Rassismus und der Rolle der Medien

Nun müssten endlich die Profis ans Werk. Ich bin ja nicht Journalist. Hier liegen Stories auf der Strasse – bückt sich jemand, liest sie und bereitet sie auf? Die Netzwerke der rechten SVPler müssen geprüft werden. Die einzelnen Einträge eingeteilt und bewertet. Der Auftrag aus meiner Sicht wäre auch klar. Es kann und darf nicht darum gehen, eine breite Hetzjagd gegen einzelne zu machen. Darum habe ich auch die Namen auf meinem Blog verpixelt.
Die Arbeitsfrage wäre simpel aber wichtig: “Stimmt die Behauptung der SVP, dass die beiden bekanntgewordenen Fälle kein Trend sind – oder gibt es noch mehr Scharniere zwischen der Partei und dem offenen Rechtsextremismus?” Dass der Rassismus im eigentlichsten Sinne des Wortes auch Notablen von SVP und FDP nicht fremd ist, wissen wir seit langem (Stichwort: Gründung der Arbeitsgruppe südliches Afrika durch Blocher 1992, Mitgliedschaft von alt-BR Merz). Dass eine Partei, die über 20 Jahre Hetze gegen Fremde und gegen Nichtschweizer, die hier leben, betreibt, so oder so eine Verantwortung für das politische Klima im Land hat – auch wenn die A.M. und B.M.’s jeweils rasch zum Austritt aufgefordert werden – das wissen wir auch. Und wir wissen leider auch, dass unterdessen leider viele bürgerliche Parteien beschlossen haben, diese Verantwortung partiell zu teilen… Eine breite direkte Vernetzung von SVP-Mitgliedern, gar noch mit Ämtern oder auf dem Weg dazu, mit rechtsradikalen Kreisen in der Schweiz dagegen – das wäre effektiv News.
Hier liegt ja auch der Unterschied zu den mir nun auch zugetragenen Beispielen von unappetitlichen bis möglicherweise strafbaren Äusserungen gegen SVP-Politiker, die es ja offensichtlich auch gibt auf dem Netz. Scheinen es dort, jedenfalls in den mir bekannten Beispielen, vorab Früh- und Spätpubertierende ohne Parteibüchlein zu sein, so waren die beiden in den Medien erwähnten Fälle SVP Mitglieder mit öffentlichen und Partei-Ämtern resp. mit der Perspektive einer Kandidatur auf der SVP-Liste.