Insekten essen?

Mit einem sehr komischen Gefühl im Bauch folgte ich im Juni 2015 der Einladung des SoBli, mit ein paar Promis zusammen am Freitag an einem Insekten-Testessen teilzunehmen. Kürzest-Fazit: Meine Erwartungen wurden übertroffen – positiv!

Im Kopf wusste ich: Insekten zu essen ist eine Möglichkeit, tierisches Protein zu sich zu nehmen, das viel umwelt- und klimaschonender hergestellt werden kann als Fleisch oder Fisch. Ein Kilo Insekten braucht zwei Kilo Nahrung – ein Kilo Rindfleisch braucht acht Kilo Nahrung. Zudem brauchen die Insekten weniger Wasser und Land. Auch wusste ich: zwei Milliarden Menschen ernähren sich mehr oder weniger regelmässig von Insekten. Freiwillig. Und mit Genuss.

Dennoch hatte ich ein mulmiges Gefühl. Allerdings musste ich mich eines Besseren belehren lassen: Nach einer allerersten Überwindung habe ich – als die Kameras längst anderswo waren – mit Lust noch ein paar Heuschrecken gesnackt 😉 Hier der Bericht des Sonntags-Blick:

Momentan läuft die Anhörung zu einer Revision der Lebensmittelverordnung (Projekt Largo) – allerdings werden hier nur wenige Arten legalisiert und v.a. müssen künftig die Insekten als solche erkennbar bleiben, damit sie verkauft werden dürfen. Eine aus meiner Sicht problematische und v.a. unnötige Einschränkung. Denn es ist klar – das habe ich selbst so erlebt: es braucht zuerst ziemlich Überwindung, wenn man ganze Insekten essen will – was anderes wäre, wenn tierisches Eiweiss aus Insekten resp. verarbeitete Insekten Produkten beigemischt werden. Klar darf dies nicht einfach so passieren, sondern klar deklariert. Aber: Wir haben x Zusatzstoffe (alle die E Nummern)… warum sollte es nicht erlaubt sein, einem Produkt z.B. Mehlwurm-Mehl beizumischen, wenn dies deutsch und deutlich deklariert ist?

 

UPDATE 16. Dezember 2016: Der Bundesrat erlaubt nun tatsächlich einige Insektenarten, und zwar, wenn ich es richtig verstehe, auch in verarbeiteter Form. Vgl. Bericht von 20min und Medienorientierung