Einbürgerung: Ehe für alle

Wir wollen die Ehe für alle, denn dies entspricht der neuen Lebensrealitäten. Und diese betreffen auch Menschen, die sich in der Schweiz einbürgern lassen möchten. Wir sind für ein JA, denn das entspricht dem Diskriminierungsverbot.

Endlich, endlich gleichgestellt – wenn man nur schon die Nummern dieser Geschäfte anschaut, 13.418 usw., dann stellt man fest, wie langsam die Mühlen in Bundesbern mahlen. Es wäre für mich ein toller Moment, wenn wir drei Jahre später endlich einen Schritt weiterkommen und eingetragene Partnerschaften im Bürgerrecht mit den Ehen gleichgestellt sind.

Für uns Grüne ist Folgendes klar: Ich kann die Frage, die vorhin meiner Vorrednerin gestellt wurde, ob das vielleicht Teil einer Salamitaktik sei, gerade beantworten, dann müssen Sie die Frage nicht nochmals stellen: Nein, das ist nicht Teil einer Salamitaktik. Aber wir wollen die Ehe für alle. Wir wären auch offen für andere Formen wie den „Pacs“, der morgen diskutiert wird. Gerade weil wir finden, dass eine Gesellschaft nur dann lebt, wenn sie gesetzlich auch neue Lebensrealitäten akzeptiert, werden wir dann in der Detailberatung auch die weise offene Formulierung des Bundesrates bevorzugen und nicht die eingeschränkte Formulierung der Kommissionsmehrheit.

Diejenigen, die von diesem Gesetz jetzt Riesiges erwarten, oder diejenigen, die aufgrund dieses Gesetzes und der Verfassungsänderung Schlimmstes befürchten, muss ich enttäuschen oder kann ich je nachdem beruhigen. Es wird nichts Riesiges passieren, was die Menge der Einbürgerungen, die dann erleichtert stattfinden können, betrifft. Das Riesige, das passiert, ist an einem anderen Ort. Das Riesige wäre, dass wir wenigstens hier Ja zur eingetragenen Partnerschaft, Ja zur Gleichstellung verschiedener Lebensformen sagen. Ob gleichgeschlechtliche Paare oder nicht gleichgeschlechtliche Paare zueinander Ja sagen, da soll der Staat dann keinen Unterschied mehr machen.

Sie haben die Möglichkeit, diesem wichtigen Grundsatz, der unserem Diskriminierungsverbot entspricht, heute Nachachtung zu verschaffen. Ich hoffe auch, dass es nicht eine knappe, sondern eine grosse Mehrheit gibt, die Ja sagt, Ja sagt zur Zukunft, Ja sagt zu einer bunten Schweiz.

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