Moratorium für Glyphosat

Glyphosat ist ein Herbizid und wird vor allem von Monsanto für Unkrautvertilgungsmittel eingesetzt. Noch unklar ist, ob es krebserregend ist. Bis die Studien mehr aussagen, fordern die Grünen ein Moratorium für den Gebrauch. Was bis jetzt geschah.

Rund um das Herbizid Glyphosat gibt es zur Zeit zahlreiche Entwicklungen. Ich versuche euch hier auf dem Laufenden zu halten.

27.11.2017:

Die EU-Kommission hat entschieden,  die Zulassung von Glyphosat um zusätzliche 5 Jahre zu verlängern. 9 Staaten stimmten jedoch dagegen, unter ihnen Frankreich und Österreich. Vor allem Deutschland kann man für die knappe nötige qualifizierte Mehrheit verantwortlich machen. Es hatte bisher seine Stimme enthalten, da es regierungsintern Dissens gab. Dieser war bis zur Abstimmung nicht behoben, weshalb die Zustimmung einen regierungsinternen Krach auslöste.  » NZZ

9.11.2017:

Die EU vertagt erneut einen Entscheid zum Glyphosat. Der Expertenausschuss wird sich nicht einig. Es gibt weder die nötige qualifizierte Mehrheit für noch gegen den revidierten Vorschlag der EU-Kommission. » NZZ

26.10.2017:

Weiterer Widerstand formiert sich. Zum Beispiel verbietet in Deutschland die Grossmolkerei Berchtesgadener Land ihren etwa 1800 Zulieferern die Verwendung von Glyphosat. » Mehr dazu

24.10.2017:

Die EU vertagt einen Entscheid zum Glyphosat. Die Frankfurter Allgemeine schreibt dazu: Die Entscheidung über die weitere Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat in der Europäischen Union ist vertagt. Das zuständige Expertengremium der EU-Länder stimmte am Mittwoch in Brüssel nicht ab, wie die EU-Kommission mitteilte. Stattdessen soll in den nächsten Wochen abermals beraten werden. (…) Um die Chemikalie, die in Verdacht steht, krebserregend zu sein, ist ein Streit zwischen den 28 EU-Mitgliedsländern entbrannt, da sich im Vorfeld wichtige EU-Staaten gegen die zeitliche Erweiterung der nur noch bis Ende des Jahres laufenden Zulassung wehrten. Die EU-Kommission hatte zunächst eine Verlängerung um zehn Jahre vorgeschlagen, doch ist am Dienstag von ihrem Vorschlag abgerückt. Wie ein Sprecher nach der wöchentlichen Sitzung der Kommission sagte, strebt die Behörde nun in Abstimmung mit den Mitgliedstaaten eine Verlängerung zwischen fünf und sieben Jahren an. (…) Das Europaparlament hatte zuvor in einer Resolution gefordert, die Zulassung nach fünf Jahren im Dezember 2022 auslaufen zu lassen. Die weitere Verwendung wollen die EU-Abgeordneten außerdem an bestimmte Auflagen knüpfen. So soll ein Einsatz unmittelbar vor der Ernte europaweit verboten werden. 

29.09.2017:

Tiana Angelina Moser reicht die Motion «Der Aktionsplan zur Reduktion von Pflanzenschutzmitteln darf nicht zur Scheinlösung werden» ein. Sie fordert den Bundesrat auf, Ressourcen bereitzustellen, um die im Aktionsplan Pflanzenschutzmittel definierten Ziele innerhalb definierter Fristen zu erreichen. Dabei pocht sie darauf, die Finanzierungsmöglichkeiten durch die Verursacher zu prüfen (Kostendeckungsprinzip).

27.09.2017:

Die Grüne Fraktion reicht die Moratoriums-Motion «Verbot des Unkrautvertilgungsmittels Glyphosat mindestens bis 2022» ein. Sie fordert den Bundesrat auf, die Anwendung von Glyphosat und glyphosathaltigen Produkten bis 2022 oder länger zu verbieten.

06.2017:

Nach der Veröffentlichung der IARC beginnt eine Studienschlacht. Einen Überblick bietet der Zeit-Artikel.

06.05.2015

Die Grüne Fraktion reicht das Postulat «Die Gefährlichkeit von Glyphosat und die Bewilligungen zu dessen Verwendung überprüfen» ein. Der Bundesrat wird gebeten, die Gefährlichkeit von Glyphosat, die erteilten Bewilligungen zur Verwendung und die Arbeit der Verwaltung in diesem Bereich zu prüfen.

05.05.2015:

Die Grüne Fraktion reicht die Motion «Sofortige Sistierung des Vertriebs von gefährlichen glyphosathaltigen Unkrautvertilgungsmitteln» ein. Darin wird der Bundesrat aufgefordert, «den Vertrieb von Glyphosat und glyphosathaltigen Produkten sofort zu sistieren und die Langzeitrisiken einer Exposition für Mensch, Tier und Umwelt umfassend abzuklären.»

Der Grüne Louis Schelbert stellt in seiner Interpellation dem Bundesrat zahlreiche Fragen zum «Zulassungsprozess für Pestizide». In den Antworten des Bundesrates steht unter anderem: «Dem Bundesrat ist bekannt, dass die internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im März 2015 Glyphosat neu als “wahrscheinlich krebserregend” eingestuft hat. Dieser Entscheid wurde am 20. März 2015 in “The Lancet” in Form eines kurzen Artikels publiziert. Dieser Artikel erlaubt es jedoch nicht, die Schussfolgerungen des IARC objektiv und wissenschaftlich nachzuvollziehen. Der umfassende Bericht und die detaillierten Auswertungen, die zu dieser neuen Einstufung geführt haben, stehen noch nicht zur Verfügung. Gestützt auf die aktuellen toxikologischen Studien gibt es im Moment keinen Anlass, die Gefährlichkeit von Glyphosat zu überprüfen.»

20.03.2015:

Die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC), welche zur WHO gehört, erklärt aufgrund ihrer Studien, warum sie Glyphosat als potenziell krebserregend einstuft.