Balthasar Glättli wird Vorsteher des Schul- und Sportdepartements
Die Stadtzürcher Departemente für die Legislatur 2026-2030 sind verteilt: Ich freue mich auf meine Herausforderungen im Schul- und Sportdepartement. Hier meine Worte am Point de Presse am 21.5.2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Am 8. März 2026 wurde ich als Zürcher Stadtrat für die Legislatur 2026-2030 gewählt.
- Das Amt in der Stadtregierung trete ich am 27. Mai 2026 an.
- Der Zürcher Stadtrat hat am 21. Mai die Departementsverteilung bekannt gegeben.
- Ich freue mich auf die Arbeit als Vorsteher des Schul- und Sportdepartements mit den Dienstabteilungen Schulamt und Sonderpädagogik, Sportamt, Schulgesundheitsdienste, Fachschule Viventa, Musikschule Konservatorium Zürich und die Fachstelle für Gewaltprävention
- Hier mein inhaltliches Statement zur Schule am Point de Presse vom 21.5.26
Sie kennen mich als Politiker mit vielen Schwerpunkten.
In meiner Zeit als Zürcher Gemeinderat war ich acht Jahre in der Rechnungsprüfungskommission, am Schluss auch Präsident der RPK – also ein Finanzpolitiker. Im Nationalrat beschäftigte ich mich vertieft mit Asyl-, Migrations- und Integrationspolitik, mit der Totalrevision der Datenschutzgesetzes, mit Steuerfragen und mit Klimaschutz, Energie- und Sicherheitspolitik.
Nun habe ich die Ehre, als Zürcher Stadtrat das Schul- und Sportdepartement zu übernehmen. Eine neue Rolle. Und ein neues Themenfeld, das aber durchaus Anknüpfungspunkte hat mit früheren Engagements.
Ich freue mich sehr auf diese Herausforderung.
Das Amt fordert von mir etwas, was ich immer geliebt habe – eine Leidenschaft von mir, von der ich hoffe, dass es auch der Schule gelingt, sie bei möglichst vielen jungen Menschen zu wecken:
Die Leidenschaft und die Offenheit für Neues.
Neue Menschen und neue Themen kennen zu lernen. Und zu merken,
– wo es gilt, Bewährtes zu stützen und zu verbessern,
– und wo die Herausforderung ist, neue Wege zu finden und gemeinsam zu erschliessen.
Die Bildungspolitik ist ja aktuell – und mir scheint es: mehr als in früheren Zeiten – auch zum Feld von grossen parteipolitischen und ideologischen Auseinandersetzungen geworden.
Ob die ganz grossen Auseinandersetzungen der Schule nur gut tun, wage ich zu bezweifeln. Ich werde den Verdacht nicht los, dass im ganz konkreten Schulalltag von den Menschen, die in der Schule arbeiten, täglich tausende mehr Probleme gelöst werden, als dies die oft simplen Schlagabtausche thematisieren.
In dem Sinne bitte ich Sie als Medienschaffende auch um die übliche Geduld, wenn ich mir als neuer Schul- und Sportvorsteher erlaube, zuerst genau hinzuhören und hinzuschauen, zu fragen, zu lernen: bevor ich mit knackigen Positionierungen auftrete.
Eins ist klar, und das kann ich auch heute schon formulieren: meine Werthaltung.
Für mich bedeutet Schule weit mehr als einfach Kompetenz- und Wissenserwerb, so wichtig das ist.
Die Schule ist auch ein Ort des sozialen Lernens, und die Schule ist ein Ort der Integration, der Inklusion. Ein Ort, an dem Gemeinschaft gelebt wird und Gesellschaft entsteht, wo Zukunft statt Herkunft im Fokus steht.
Was so einfach tönt, ist es aber beim genaueren Hinschauen nicht. Denn Schule als Ort der Inklusion sieht sich mit drei Erwartungen konfrontiert, die untereinander im Widerstreit stehen:
– Schule soll erstens ein Ort sein, der alle jungen Menschen gleich behandelt, unabhängig davon, was ihr Hintergrund ist, was ihre Eigenheiten sind
– Schule soll gleichzeitig ein Ort sein, der jungen Menschen die spezifischen Ressourcen geben, sie dort stärken, empowern soll, wo sie anders, wo sie speziell herausgefordert sind
– und Schule soll gleichzeitig auch ein Ort sein, der junge Menschen je in ihrer Eigenheit ernst nimmt und ihnen ihre individuelle Besonderheit lässt.
Kinder gleich behandeln, sie speziell fördern, sie je auch anders sein lassen: Alle von ihnen, die wie ich ein Kind haben oder Kinder eng begleiten, kennen diese widersprüchlichen Herausforderungen.
Und diese werden von den Kindern selbst, natürlich von den Eltern und auch von der Gesellschaft an die Schule herangetragen.
Darum ist meine Vorstellung von Schule:
Ein Ort, wo die verantwortlichen Menschen es schaffen, zwischen diesen unterschiedlichen, ja teils widersprüchlichen Ansprüchen immer wieder neu sorgfältig abzuwägen – und ein Ort, wo sie das Vertrauen geniessen, das ihnen dafür den Rücken stärkt, und wo sie die dafür nötigen Ressourcen erhalten.
Ich freue mich auf die Herausforderung.
Last but not least ist ja das SSD auch viel mehr als Schule!
Neben Schulamt und Sonderpädagogik gehören als Dienstabteilungen auch das Sportamt zum SSD, die Schulgesundheitsdienste, die Fachschule Viventa, die Musikschule Konservatorium Zürich und die Fachstelle für Gewaltprävention! Alles nicht etwa unwichtige Bereiche, nein – und auch personell sind sie bedeutsam: alleine das Sportamt hat 500 Mitarbeitende …fast so viele, wie das ganze Präsidialdepartement.
Auch auf diese Vielfalt und die unterschiedlichen Aktivitätsfelder freue ich mich sehr.