Ein Rekord-Hitze-Sommer
In Kürze
Dieser Text erschien in der Kolumnenreihe „PERSÖNLICH“ im Tagblatt der Stadt Zürich am 26.8.2026.
Braune Wiesen wie in der Toscana. Eine Rekord-Dürre. Ein Rekord an aufeinanderfolgenden Hitzetagen über 30 Grad Celsius. Und ein Rekord an Tropennächten, in denen das Thermometer nicht mehr unter 20 Grad fällt. Der Pegel des Zürisee ist so tief gesunken wie noch nie seit Beginn der Messungen. Und in anderen Gemeinden, die nicht auf Seewasser zurückgreifen können, mussten einschneidende Massnahmen zum Wassersparen getroffen werden. Das war der Sommer 2026.
Jedes Jahrhundert kennt einen Jahrhundertsommer, könnte man einwerfen. Und dies wäre nun der unsere gewesen. Leider nein. Mit den aktuell geplanten globalen Klimaschutz-Massnahmen steuern wir bis Ende Jahrhundert auf eine 3-Grad-Welt zu.
Der MeteoSchweiz-Blog zeigt den wissenschaftlichen Blick in die Zukunft. Mit den aktuell geplanten globalen Klimaschutz-Massnahmen steuern wir bis Ende Jahrhundert auf eine 3-Grad-Welt zu. Der Sommer 2026 wäre in dieser Welt durchschnittlich. Natürlich sind auch in Zukunft die Sommer mal wärmer oder kälter, mal nasser oder trockener als der Schnitt. Das heisst aber auch: noch weit heissere und trockenere Sommer als der diesjährige gehören ebenfalls dazu.
Darum gilt: Der Klimaschutz muss sehr hohe Priorität haben. Die Klimaerhitzung stoppt nicht, bloss weil man sie verdrängt, die Augen zumacht. «Realität ist das, was nicht verschwindet, wenn man aufhört, daran zu glauben», sagte der berühmte Autor Philip K. Dick treffend.
Gleichzeitig müssen wir den Umbau unserer Stadt zu einer buchstäblich viel grüneren Stadt vorantreiben, die mit Extremwettern besser zurechtkommt. Selbst wenn wir mit einem magischen Zauberstab schon heute plötzlich Netto Null erreichten: Die bereits ausgestossenen Klimagase heizen die Erde über Jahrzehnte weiter auf.
Ausstieg aus fossilen Heizungen, Verbrenner-Aus, Zug statt Flug, Entsiegelung, mehr Bäume, Fassadenbegrünungen, künstliche Verschattung, Wassersparpläne, technische Kühlung für Kranke, Senior*innen, Kinder – all das braucht’s. Gleichzeitig. Rasch. Und konsequent.