Urs Paul Engeler schiesst über das Tor hinaus

Urs Paul Engeler kritisiert in der Weltwoche 25 den Widerstand der Städte gegen die Verschärfung von Asyl- und Ausländergesetz als „Urbanes Pharisäertum„. Üblicherweise straft die Weltwoche Humanismus mit dem Etikett des „Gutmenschentums“ ab. Sie drängt darauf, den Dingen wie sie sie versteht auch in ihrer finanziellen Bedeutung sachlich auf den Grund zu gehen. Nun wird der (korrekte) Hinweis der Stadtregierungen auf die finanziellen und sozialen Belastungen der Städte durch die zunehmende Illegalisierung von Menschen als heuchlerisch bezeichnet. „Die Humanisten (entlarven) sich als Kleinkrämer“ schreibt Engeler.

Hätte er doch Matthäus 23:23 gelesen. „Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler, weil ihr den Zehnten gebt von der Minze und dem Dill und dem Kümmel; aber ihr habt die gewichtigeren Dinge des GESETZES außer acht gelassen, nämlich das Recht und die Barmherzigkeit und die Treue. Diese Dinge hätte man tun, die anderen Dinge jedoch nicht außer acht lassen sollen.“ Eben nicht als Pharisäer verhalten haben sich darum die erwähnten Stadtregierungen, indem sie zuerst die grundlegenden Argumente nannten. Die Unmenschlichkeit, den unliberalen Missbrauchsbekämpfungswahn – kurz die humanitären Gründe für ein doppeltes Nein. Und danach sich die Freiheit nahmen, auch auf die finanziellen Konsequenzen hinzuweisen.

(Online-Leserbrief)